Metrum in der Praxis
Das Strategie-Radar richtig lesen
Das Strategie-Radar im Control Cockpit ist eine Kurzübersicht deiner eigenen Vorgaben. Es zeigt, wo dein Portfolio am weitesten von ihnen entfernt ist – und ausdrücklich keine Handlungsanweisung.
Kurzantwort
Vier Karten, gespeist ausschließlich aus deinen eigenen Vorgaben.
Das Strategie-Radar fasst zusammen, was du im Bereich Strategie hinterlegt hast: Sparpläne, Nachkauf-Schwellen sowie Abweichungen von deinen Zielgewichten je Kategorie und je Markt-ETF. Je Karte erscheinen höchstens drei Einträge – die größten Abweichungen in Euro beziehungsweise die Schwellen mit dem geringsten Restabstand. Prüfe zuerst Datenstand und Zuordnung, dann die zugrunde liegende Vorgabe. Ob daraus etwas folgt, entscheidest du selbst.
Acht Prozentpunkte über dem selbst gesetzten Ziel einer Kategorie.
Eigene Regel verstehen. Liquidität außerhalb des Portfolios und persönliche Grenzen ergänzen.
Auch pausieren oder nichts ändern. Kein automatischer Auftrag und keine individuelle Handlungsempfehlung.
Schematischer Ablauf, keine Produktaufnahme oder Zusage einer bestimmten Brief-Funktion.
Sind Trades, Kurse und Zuordnungen vollständig und aktuell genug?
Welches selbst gesetzte Ziel oder welche Schwelle steht hinter dem Eintrag?
Welche Informationen kennt Metrum nicht und müssen ergänzt werden?
01
Wo das Strategie-Radar steht und woraus es besteht
Das Strategie-Radar steht im Control Cockpit unter den Kennzahl-Kacheln. Solange du keine Vorgabe hinterlegt hast, zeigt es nur den Hinweis, dass noch keine Strategie definiert ist, und den Weg in den Bereich Strategie. Sobald ein Ziel, ein Sparplan oder eine Schwelle existiert, erscheinen vier Karten.
Beträge, Ziele und Schwellen stammen ausnahmslos aus deinen eigenen Eingaben. Das Strategie-Radar ändert an diesen Vorgaben nichts; bearbeitet werden sie unter Strategie.
- Sparpläne: monatliche Summe der Sparpläne mit Status Live und die nächste anstehende monatliche Buchung
- Nachkauf-Schwellen: bis zu drei offene Schwellen mit dem geringsten Restabstand, erreichte zuerst
- Asset Allokation Abweichungen: die drei Kategorien mit der größten Abweichung vom Ziel in Euro
- Markt-ETFs Abweichungen: dasselbe für einzelne Positionen innerhalb der Markt-ETFs
Vertiefen: Ziele und Schwellen einrichten
02
Mit dem Datenstand beginnen
Ein präzise formulierter Eintrag kann trotzdem falsch eingeordnet sein, wenn Transaktionen fehlen, Wertpapiere falsch zugeordnet oder Kurse nicht aktuell sind. Der erste Schritt ist deshalb keine Interpretation, sondern eine Plausibilitätsprüfung.
Für Nachkauf-Schwellen braucht Metrum Kursdaten des Wertpapiers. Fehlen sie, lässt sich kein Restabstand berechnen; die Schwelle erscheint dann nicht im Strategie-Radar, bleibt aber unter Strategie gespeichert. Cash-Bestände, Verpflichtungen und Vermögen außerhalb des analysierten Portfolios kennt Metrum nicht.
Unvollständige Eingaben können zu unvollständigen oder irreführenden Einträgen führen.
03
Die Zahlen richtig lesen
Bei den Allokations-Karten steht zuerst der Abstand zum Zielwert in Euro. Ein Plus bedeutet, dass die Kategorie oder Position unter deinem Ziel liegt, ein Minus, dass sie darüber liegt. Darunter folgen Ist- und Sollgewicht sowie die Abweichung in Prozentpunkten und ein Balken auf einer Skala von 0 bis 100 %: Die gefüllte Strecke ist das Ist-Gewicht, der senkrechte Strich dein Ziel.
Bei den Nachkauf-Schwellen nennt jede Zeile deine Schwelle, den aktuellen Abstand zum Höchststand und den Restabstand in Prozentpunkten. Liegt der Restabstand unter fünf Prozentpunkten, heißt es, die Schwelle „nähert sich“; ist sie erreicht, steht das ausdrücklich da.
- Ist-Wert und Bezugsgröße
- selbst gesetztes Ziel oder selbst gesetzte Schwelle
- Abstand in Euro oder Prozentpunkten
- verwendeter Datenstand
Farben unterscheiden in den Allokations-Karten die Richtung einer Abweichung. Sie werten nicht, und der Text trägt dieselbe Information.
04
Reihenfolge ist keine Dringlichkeit
Die Karten sortieren nach Größe: Abweichungen nach ihrem Euro-Betrag, Schwellen nach dem Restabstand. Das sagt nichts darüber, ob ein Eintrag objektiv wichtiger oder riskanter ist als ein anderer.
Persönliche Liquidität, steuerliche Folgen, Kosten oder Informationen außerhalb des Portfolios können die tatsächliche Bedeutung verändern. Das Strategie-Radar sortiert einen Review, es ersetzt ihn nicht.
Eine Sortierung ist keine Handelsempfehlung. Metrum ist Analysesoftware und führt keine Transaktionen aus.
05
Ein Review endet auch mit „keine Änderung“
Das Strategie-Radar soll eine wiederholbare Denkfolge unterstützen: Daten prüfen, Vorgabe verstehen, Kontext ergänzen, Konsequenzen abwägen und die eigene Entscheidung dokumentieren.
Eine Abweichung kann bewusst akzeptiert werden, wenn sie innerhalb der eigenen Gesamtplanung tragbar ist. Ein nachvollziehbarer Prozess zeigt sich nicht an möglichst vielen ausgelösten Aktionen, sondern an begründeten Entscheidungen.
FAQ
Häufige Fragen
Ist der erste Eintrag automatisch der wichtigste?
Nein. Er ist der größte Abstand innerhalb deiner eigenen Vorgaben – gemessen in Euro beziehungsweise in Prozentpunkten Restabstand. Persönliche Informationen außerhalb von Metrum können die Bedeutung verändern.
Warum fehlt eine meiner Nachkauf-Schwellen?
Angezeigt werden nur offene Schwellen mit Kursdaten, höchstens drei. Ausgeführte oder stornierte Schwellen und Schwellen ohne Kursdaten stehen weiter unter Strategie › Nachkauf-Schwellen.
Warum zeigt das Strategie-Radar keine konkrete Order?
Metrum ist Analyse- und Entscheidungsunterstützungssoftware. Es kennt nicht alle persönlichen Umstände, erteilt keine individuellen Kauf- oder Verkaufsempfehlungen und führt keine Transaktionen aus.
Wie oft sollte ich das Strategie-Radar prüfen?
Der passende Rhythmus hängt vom eigenen Prozess ab. Wichtig ist ein bewusst gewählter Review-Zeitpunkt statt ständiger Reaktion auf jede Marktbewegung.
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