Metrum in der Praxis
Ziel-Allokation und Nachkauf-Schwellen in Metrum einrichten
Gute Regeln beantworten nicht, was du kaufen sollst. Sie halten fest, woran du dein Portfolio selbst messen willst – damit eine Abweichung später als Anlass für einen bewussten Review erkennbar wird.
Kurzantwort
Vier Arten von Vorgaben, ein Ort: der Bereich Strategie.
Unter Strategie hinterlegst du Sparpläne, Zielgewichte je Anlage-Kategorie, Zielgewichte je Markt-ETF und Nachkauf-Schwellen relativ zum Höchststand eines Wertpapiers. Metrum vergleicht deine erfassten Positionen mit diesen Vorgaben und zeigt die Abstände in Prozentpunkten und Euro. Einen eigenen Toleranzkorridor kannst du derzeit nicht einstellen. Metrum schlägt keine Werte vor und löst keine Aufträge aus.
Gemeinsame Skala 0–100 % · Balken = Ist-Gewicht · Strich = eigenes Ziel
Fiktive Kategorien und Gewichte. Die Ziele legt der Nutzer selbst fest; Metrum schlägt keine Allokation vor.
Zielgewichte je Kategorie und je Markt-ETF selbst eintragen.
Abstand zum Höchststand und geplanten Betrag je Wertpapier selbst festlegen.
Metrum zeigt die Abweichung – die Entscheidung bleibt bei dir.
01
Mit der Strategie beginnen, nicht mit dem aktuellen Portfolio
Wer Zielwerte direkt aus den heutigen Gewichten ableitet, dokumentiert möglicherweise nur den Status quo. Sinnvoller ist, zuerst Zweck, Zeithorizont und akzeptierte Risiken außerhalb von Metrum festzuhalten und daraus die eigenen Vorgaben abzuleiten.
Voraussetzung für belastbare Ist-Gewichte ist eine vollständige Zuordnung: Jedes importierte Wertpapier gehört in den Einstellungen unter „Wertpapiere“ zu einer Kategorie. Ist sie falsch oder fehlt sie, stimmt auch die Abweichung vom Ziel nicht.
Metrum prüft deine Eingaben rechnerisch. Es beurteilt nicht, ob die gewählte Allokation zu deiner persönlichen Situation passt. Die Verantwortung für Ziele und Grenzen bleibt bei dir.
Vertiefen: Strategieblatt zum Ausfüllen · Einrichtung Schritt 1: Trades importieren
02
Asset Allokation: Zielgewichte je Kategorie
Unter Strategie › Asset Allokation zeigt eine Tabelle je Anlage-Kategorie den aktuellen Wert, das Ist-Gewicht und ein Feld für dein Ziel. Du trägst das Zielgewicht in Prozent ein; die Eingabe wird mit Enter oder beim Verlassen des Feldes gespeichert. Ein leeres Feld bedeutet: kein Ziel für diese Kategorie.
Daraus berechnet Metrum drei Größen: den Ziel-Wert in Euro, die Drift als Differenz von Ist- und Zielgewicht in Prozentpunkten und den Abstand zum Zielwert als Euro-Betrag. Ein Plus bedeutet, dass die Kategorie unter deinem Ziel liegt, ein Minus, dass sie darüber liegt. Die Fußzeile nennt die Summe deiner Zielgewichte, damit du erkennst, ob sie 100 % ergeben.
- Zweck und Zielgewichte zuerst außerhalb der Software notieren
- Zuordnung der Wertpapiere zu Kategorien prüfen
- Zielgewicht je Kategorie eintragen, nicht vergebene Felder leer lassen
- Zielsumme in der Fußzeile kontrollieren
- Änderungen an Zielen mit Datum und Grund im eigenen Strategieblatt festhalten
Der Abstand zum Zielwert ist eine Rechengröße auf Basis aktueller Marktwerte, keine Handlungsgröße. Kosten, Steuern, Liquidität und andere Wege zur Umschichtung, etwa über Sparraten, sind darin nicht berücksichtigt.
03
Toleranz: was Metrum markiert und was du selbst festhältst
Ohne Toleranzbereich erzeugt jede kleine Kursbewegung rechnerisch eine Abweichung. In der Tabelle hebt Metrum eine Drift von mehr als einem Prozentpunkt farblich hervor. Diese Markierung ist fest vorgegeben und nicht einstellbar; die Farbe unterscheidet die Richtung der Abweichung, sie bewertet sie nicht.
Einen eigenen Korridor, etwa ±5 Prozentpunkte um ein Ziel, kannst du in Metrum derzeit nicht hinterlegen. Wenn du mit Korridoren arbeitest, dokumentiere sie in deinem Strategieblatt und lies die angezeigte Drift gegen diese eigene Grenze.
Vertiefen: Zielallokation, Korridore und Rebalancing
04
Markt-ETFs und Sparpläne
Unter Strategie › Markt-ETFs vergibst du Zielgewichte für einzelne Positionen innerhalb der Kategorie Markt-ETFs. Die Tabelle zeigt je Position Wert, Ist, Ziel und Drift, dazu die Summe deiner Zielgewichte; den Abstand in Euro findest du im Strategie-Radar.
Unter Strategie › Sparpläne erfasst du laufende Sparpläne mit Wertpapier, Betrag, Häufigkeit, Tag des Monats, Depot und Status (Live oder Pausiert). Metrum führt die Sparpläne nicht aus und ist mit keinem Broker verbunden; sie dienen der Übersicht und erscheinen im Strategie-Radar mit ihrer monatlichen Summe und der nächsten anstehenden Buchung.
05
Nachkauf-Schwellen: Abstand zum Höchststand
Unter Strategie › Nachkauf-Schwellen legst du je Schwelle ein Wertpapier, eine Ziel-Schwelle als negativen Prozentwert relativ zum Höchststand, einen geplanten Betrag und einen Status fest. Der Status – Offen, Ausgeführt oder Storniert – ist deine eigene Angabe; Metrum erkennt keine Ausführung.
Metrum zeigt daneben den aktuellen Abstand zum Höchststand und den Restabstand zu deiner Schwelle in Prozentpunkten. Als Höchststand dient der höchste Schlusskurs der Kursreihe in Euro, die Metrum für das Wertpapier geladen hat. Je nach verfügbarer Kurshistorie muss das nicht das tatsächliche Allzeithoch sein.
- Wertpapier und Schwelle in einem vollständigen Satz notieren
- Geplanten Betrag als eigene Obergrenze verstehen, nicht als verfügbares Guthaben
- Status nach einer eigenen Entscheidung selbst anpassen
- Schwellen nicht an jede Kursbewegung anpassen
Eine erreichte Schwelle ist ein Prüfpunkt, keine Order. Metrum kennt keine Cash-Bestände, ist mit keinem Broker verbunden und übermittelt keine Aufträge.
06
Regeln regelmäßig prüfen – aber nicht rückwirkend optimieren
Eine Strategie kann sich verändern, wenn sich Zweck, Horizont oder finanzielle Voraussetzungen ändern. Regeländerungen sollten jedoch nicht nur dazu dienen, eine aktuelle Abweichung verschwinden zu lassen.
Die historischen Szenarien im Crash-Simulator sind von deinen Vorgaben getrennt: Aus einer Simulation entsteht keine Nachkauf-Schwelle, und deine Schwellen, Zielgewichte und Sparpläne fließen nicht in den Simulator ein. Wer Erkenntnisse aus einer Simulation übernehmen will, tut das bewusst und von Hand.
Vertiefen: Crash-Simulator Schritt für Schritt
FAQ
Häufige Fragen
Gibt Metrum Zielwerte vor?
Nein. Zielgewichte, Sparpläne und Nachkauf-Schwellen legst du selbst fest. Metrum vergleicht lediglich die erfassten Daten damit.
Kann ich einen eigenen Toleranzkorridor einstellen?
Derzeit nicht. Metrum markiert eine Drift von mehr als einem Prozentpunkt farblich; diese Grenze ist fest. Einen eigenen Korridor hältst du außerhalb von Metrum fest und liest die angezeigte Drift dagegen.
Was bedeutet eine erreichte Schwelle?
Dass der zuvor selbst definierte Abstand zum Höchststand erreicht wurde. Sie ist keine Handlungs- oder Transaktionsempfehlung, und Metrum löst keine Order aus.
Setzt Metrum den Status einer Schwelle auf „Ausgeführt“?
Nein. Den Status änderst du selbst. Metrum ist mit keinem Broker verbunden und erkennt nicht, ob du gekauft hast.
Eigene Strategie prüfen
Vom Konzept zum strukturierten Portfolio-Review.
Teste Metrum mit einem synthetischen Beispielportfolio – ohne Anmeldung und ohne eigene Daten.
Kostenlos startenQuellen und Methodik
Grundlagen und weiterführende Dokumentation. Rechenbeispiele sind eigene, vereinfachte Darstellungen; Produktangaben können sich ändern. Prüfstatus und redaktionelle Grenzen.