METRUM
Menü
Knowledge / Kennzahlen verstehen

Kennzahlen verstehen

Zeitgewichtete oder geldgewichtete Rendite?

Zwei korrekt berechnete Renditen können für dasselbe Portfolio unterschiedlich ausfallen. Der Grund ist nicht zwingend ein Fehler – sondern häufig eine andere Frage an dieselben Zahlungsströme.

Kurzantwort

TWR misst den Anlagepfad; MWR berücksichtigt Zeitpunkt und Höhe deiner Zahlungsströme.

Die zeitgewichtete Rendite zerlegt den Zeitraum an externen Ein- und Auszahlungen und verknüpft die Teilperioden. So wird der Einfluss der Zahlungszeitpunkte weitgehend neutralisiert. Die geldgewichtete Rendite entspricht einer internen Verzinsung und gewichtet Phasen stärker, in denen mehr Kapital investiert war.

METRUM · METHODIKILLUSTRATIVES BEISPIEL
GLEICHES PORTFOLIO · ANDERE FRAGEPositive TWR. Negative Kapitalerfahrung.
  1. Start1.000 € investieren
  2. Jahr 1: +20 %1.200 € + 1.000 € Einzahlung
  3. Jahr 2: −10 %2.200 € × 0,90 = 1.980 €
TWR · GESAMT+8,00 %1,20 × 0,90 − 1
TWR · ANNUALISIERT+3,92 % p. a.√1,08 − 1
MWR · ANNUALISIERT−0,67 % p. a.2.000 € eingezahlt, 1.980 € Endwert
Gleichung und Zahlungszeitpunkte

1.000 × (1 + r)² + 1.000 × (1 + r) = 1.980. Gesucht: r > −1, gerundet −0,67 % p. a. Zwei volle Jahre, EUR, keine Gebühren oder Steuern. Zweite Einzahlung nach Jahr 1. Für den direkten Vergleich die beiden annualisierten Werte verwenden.

Eigene vereinfachte Darstellung. Kein Zukunftsszenario oder Anlagevorschlag. Methodik & Grenzen
01TWR

Wie entwickelte sich die Anlagestrategie unabhängig von externen Cashflows?

02MWR

Welche Verzinsung erlebte das tatsächlich zu den jeweiligen Zeitpunkten investierte Kapital?

03Vergleich

Sind Zeitraum, Kosten, Währung und Zahlungsstromdefinition identisch?

01

Warum Einzahlungen die Interpretation verändern

Angenommen, ein kleines Portfolio steigt zunächst stark. Danach wird deutlich mehr Kapital eingezahlt und der Markt fällt. Die zeitgewichtete Rendite behandelt beide Teilperioden geometrisch miteinander. Die geldgewichtete Rendite gibt der zweiten Phase mehr Gewicht, weil dort mehr Geld investiert war.

Beide Ergebnisse können mathematisch richtig sein. TWR beschreibt eher die Entwicklung der zugrunde liegenden Investments. MWR beschreibt stärker die persönliche Kapitalerfahrung einschließlich des Timings externer Zahlungen.

Wichtig für die Einordnung

Ohne Kenntnis der Berechnungsmethode sind Performancewerte verschiedener Tools oder Portfolios nur eingeschränkt vergleichbar.

02

So funktioniert die zeitgewichtete Rendite

Bei der TWR wird der Gesamtzeitraum an externen Zahlungsströmen in Teilperioden zerlegt. Für jede Teilperiode wird eine Rendite bestimmt; anschließend werden die Teilrenditen geometrisch verknüpft.

Dadurch soll verhindert werden, dass eine große Einzahlung kurz vor einer Marktbewegung die Beurteilung der Anlageentwicklung verzerrt. Exakte Ergebnisse hängen trotzdem von Bewertungszeitpunkten und Datenqualität ab.

  • Portfoliobewertung vor oder zum Cashflow-Zeitpunkt
  • klare Trennung externer und interner Zahlungsströme
  • geometrische Verknüpfung der Teilperioden
  • einheitliche Behandlung von Gebühren und Steuern

03

So funktioniert die geldgewichtete Rendite

MWR sucht den Zinssatz, bei dem der Barwert aller Ein- und Auszahlungen einschließlich Endwerts null wird. Zeitpunkt und Höhe jedes Cashflows beeinflussen das Ergebnis.

Die Kennzahl kann daher näher an der persönlichen Vermögensentwicklung liegen. Bei ungewöhnlichen Zahlungsreihen können mehrere mathematische Lösungen oder Interpretationsprobleme auftreten. Auch hier sind vollständige, korrekt datierte Transaktionen entscheidend.

Wichtig für die Einordnung

MWR ist nicht besser oder schlechter als TWR. Sie beantwortet eine andere Frage.

04

Vier Angaben gehören neben jede Rendite

Eine Renditezahl sollte nie isoliert stehen. Mindestens Zeitraum, Methode, Kostenbehandlung und Währung müssen bekannt sein. Bei annualisierten Werten gehört zusätzlich die Annualisierungslogik dazu.

Für die eigene Analyse können TWR und MWR nebeneinander nützlich sein: Die Differenz zeigt, welchen Einfluss das Timing großer Zahlungsströme auf die persönliche Erfahrung hatte. Sie bewertet jedoch nicht automatisch die Qualität einzelner Entscheidungen.

FAQ

Häufige Fragen

Welche Rendite eignet sich zum Vergleich mit einem Index?

Häufig wird dafür TWR verwendet, weil externe Ein- und Auszahlungen weitgehend neutralisiert werden. Vergleichszeitraum, Währung, Kosten und zugrunde liegende Daten müssen trotzdem übereinstimmen.

Warum ist meine persönliche Rendite niedriger als die Portfoliorendite?

Ein möglicher Grund ist, dass größere Beträge vor schwächeren Perioden investiert waren. Eine MWR kann diesen Effekt stärker zeigen als eine TWR.

Sind Dividenden Teil der Rendite?

Bei einer Total-Return-Betrachtung ja. Ob und wie Ausschüttungen, Steuern und Gebühren berücksichtigt werden, muss aus der Methodik hervorgehen.

Eigene Strategie prüfen

Vom Konzept zum strukturierten Portfolio-Review.

Teste Metrum mit einem synthetischen Beispielportfolio – ohne Anmeldung und ohne eigene Daten.

Kostenlos starten

Quellen und Methodik

Grundlagen und weiterführende Dokumentation. Rechenbeispiele sind eigene, vereinfachte Darstellungen; Produktangaben können sich ändern. Prüfstatus und redaktionelle Grenzen.