METRUM
Menü
Knowledge / Metrum in der Praxis

Metrum in der Praxis

Alle Kennzahlen in Metrum: Bedeutung, Rechnung und Beispiele

Metrum zeigt dein Portfolio in drei Blickrichtungen: Ergebnis in Euro, Rendite in Prozent und Risiko. Dieser Ratgeber geht jede Kennzahl einzeln durch – mit einer Rechnung zum Nachvollziehen und dem, was die Zahl nicht sagt.

Kurzantwort

Euro-Beträge sagen, was entstanden ist. Prozentwerte sagen, wie – und beide brauchen ihren Zeitraum.

Der Gesamtgewinn setzt sich aus vier Bausteinen zusammen: Kurserfolge der gehaltenen Anteile, Realisierte Kurserfolge aus Verkäufen, Dividenden und – als Abzug – Gebühren. Der IZF bezieht dieses Ergebnis auf Höhe und Zeitpunkt deiner Zahlungen, der TTWROR blendet sie aus und zeigt die Entwicklung der Wertpapiere selbst. Die Risiko-Kennzahlen beschreiben, wie stark und wie lange der Weg dorthin geschwankt hat. Alle Werte sind historische Auswertungen deiner eigenen Buchungen vor Steuern – keine Prognose und keine Aussage darüber, ob eine Anlage zu dir passt.

METRUM · METHODIKILLUSTRATIVES BEISPIEL
GLEICHES PORTFOLIO · ANDERE FRAGEPositive TWR. Negative Kapitalerfahrung.
  1. Start1.000 € investieren
  2. Jahr 1: +20 %1.200 € + 1.000 € Einzahlung
  3. Jahr 2: −10 %2.200 € × 0,90 = 1.980 €
TWR · GESAMT+8,00 %1,20 × 0,90 − 1
TWR · ANNUALISIERT+3,92 % p. a.√1,08 − 1
MWR · ANNUALISIERT−0,67 % p. a.2.000 € eingezahlt, 1.980 € Endwert
Gleichung und Zahlungszeitpunkte

1.000 × (1 + r)² + 1.000 × (1 + r) = 1.980. Gesucht: r > −1, gerundet −0,67 % p. a. Zwei volle Jahre, EUR, keine Gebühren oder Steuern. Zweite Einzahlung nach Jahr 1. Für den direkten Vergleich die beiden annualisierten Werte verwenden.

Eigene vereinfachte Darstellung. Kein Zukunftsszenario oder Anlagevorschlag. Methodik & Grenzen
01Ergebnis

Wie viel Euro sind entstanden – und aus welchen Bausteinen?

02Rendite

Auf wie viel Geld und wie viel Zeit bezieht sich dieses Ergebnis?

03Risiko

Wie stark hat der Weg geschwankt, und in welchem Zeitraum wird gemessen?

01

Wo die Kennzahlen stehen

Im Control Cockpit stehen oben drei Kacheln: Gesamtgewinn, IZF und Portfoliowert. Darunter folgen drei Blöcke – „So entsteht dein Gesamtgewinn“, „Rendite“ und „Risiko“. Dieselben Kennzahlen gibt es je Position in den Tabellen; über „Spalten“ wählst du aus, welche du sehen willst, und die Auswahl bleibt gespeichert.

Unter Intelligence › KPI Deepdive stehen alle Kennzahlen in einer Tabelle, jede mit Bedeutung, Definition, Formel und Limitierungen. Dort lässt sich auch der Zeitraum frei wählen. Neben den Kennzahlen in der App steht ein ⓘ mit der Kurzdefinition und dem Weg zur vollständigen Methodik.

Wichtig für die Einordnung

Alle Kennzahlen sind vor Steuern gerechnet. Geld auf Konten, Zinsen und Steuererstattungen erfasst Metrum nicht.

Vertiefen: Trades importieren

02

Ergebnis in Euro: wie der Gesamtgewinn entsteht

Ein Beispiel, das sich durch diesen Abschnitt zieht: Du kaufst 10 Anteile zu je 100 € und zahlst 5 € Gebühr. Später verkaufst du 4 Anteile zu je 130 €, wieder mit 5 € Gebühr. Zwischendurch erhältst du 12 € Dividende. Heute steht der Kurs bei 120 €.

Verkauft wird nach dem FIFO-Prinzip: Die ältesten Käufe eines Depots gelten als zuerst verkauft. Kaufpreis und Verkaufserlös gehen ohne Gebühren in die Rechnung ein, die Gebühren stehen als eigene Zeile. So zeigt jede Zeile genau eine Sache, und die Summe ergibt den Gesamtgewinn.

  • „Investiert“ ist nicht die Summe aller je getätigten Einzahlungen: Mit jedem Verkauf sinkt der Wert.
  • Realisierte Kurserfolge sind nicht der steuerliche Gewinn; Steuern rechnet Metrum an keiner Stelle.
  • Laufende Fondskosten (TER) stecken im Kurs und erscheinen nicht unter Gebühren.
KennzahlWas sie zeigtIm Beispiel
PortfoliowertStückzahl mal letzter Kurs, über alle Positionen6 × 120 € = 720 €
InvestiertKaufbetrag der Anteile, die du noch hältst, ohne Gebühren6 × 100 € = 600 €
KurserfolgePortfoliowert minus Investiert – steht nur auf dem Papier, solange nicht verkauft ist720 € − 600 € = 120 €
Realisierte KurserfolgeVerkaufsbetrag minus Kaufbetrag der verkauften Anteile4 × (130 € − 100 €) = 120 €
DividendenAusschüttungen als Bruttobetrag12 €
GebührenGebühren aller Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen5 € + 5 € = 10 €
GesamtgewinnKurserfolge + Realisierte Kurserfolge + Dividenden − Gebühren120 € + 120 € + 12 € − 10 € = 242 €

03

Rendite: IZF und TTWROR beantworten verschiedene Fragen

Der IZF (interner Zinsfuß) ist die geldgewichtete Rendite: der Zinssatz pro Jahr, bei dem alle deine Zahlungen zusammen mit dem heutigen Wert rechnerisch aufgehen. Große Beträge und lange Haltedauern zählen stärker. Der TTWROR (True Time-Weighted Rate of Return) ist die zeitgewichtete Rendite: Er verkettet die täglichen Renditen und zeigt, wie sich die gehaltenen Wertpapiere entwickelt haben – unabhängig davon, wie viel Geld gerade investiert war.

Ein Beispiel zeigt, wie weit beide auseinanderliegen können. Du legst 1.000 € an, nach einem Jahr sind daraus 1.500 € geworden (+50 %). Dann legst du 10.000 € nach. Im zweiten Jahr fällt das Portfolio um 10 % auf 10.350 €.

Der TTWROR sieht +50 % und dann −10 %: zusammen +35 %, also rund 16 % pro Jahr. In Euro hast du aber 11.000 € eingezahlt und 10.350 € im Depot – 650 € weniger. Der IZF liegt deshalb bei rund −5,4 % pro Jahr: Das gute Jahr lief mit wenig Geld, das schwache mit viel. Keine der beiden Zahlen ist falsch. Der TTWROR beschreibt die Wertpapiere, der IZF dein Ergebnis mit deinen Zahlungszeitpunkten.

KennzahlFrage, die sie beantwortetIm Beispiel
IZFWelchen Zins pro Jahr hat mein eingesetztes Geld gebracht?rund −5,4 % pro Jahr
TTWRORWie haben sich die gehaltenen Wertpapiere entwickelt, über den ganzen Zeitraum?1,5 × 0,9 − 1 = +35 %
TTWROR pro JahrDieselbe Entwicklung, auf ein Jahr umgerechnetrund +16 % pro Jahr
Wichtig für die Einordnung

Unter 365 Tagen Haltedauer rechnet Metrum bei einzelnen Positionen nicht aufs Jahr hoch – ein hochgerechnetes Teiljahr ergibt Zahlen ohne Aussage. Angezeigt wird dann der Wert über die bisherige Haltedauer, erkennbar an der Beschriftung.

Vertiefen: Zeitgewichtete oder geldgewichtete Rendite?

04

Risiko: wie stark und wie lange es geschwankt hat

Die Risiko-Kennzahlen laufen auf einem Wertindex – derselben täglichen Reihe wie der TTWROR. Käufe und Verkäufe sind dort herausgerechnet: Eine Einzahlung lässt den Index nicht steigen, eine Entnahme ihn nicht fallen. Die Zahlen beschreiben deshalb die Entwicklung der Wertpapiere, nicht den Depotwert in Euro.

Ein Beispiel: Der Index steht bei 100, steigt auf 120, fällt auf 90 und erreicht später 126. Der Max Drawdown ist der Rückgang vom Hoch 120 auf das Tief 90, also −25 %. Der Aktuelle Drawdown ist 0 %, weil der Index auf seinem bisherigen Hoch steht. Die Max-Drawdown-Dauer zählt die Tage vom Hoch bei 120 bis zum neuen Hoch, die Längste Erholungszeit die Tage vom Tief bei 90 bis dorthin.

  • Zum Beispiel für „Max DD vs. Einzahlung“: Deine Anteile haben 10.000 € gekostet und waren am schwächsten Tag 8.500 € wert – das sind −15 %.
  • In der Risiko-Kachel wählst du den Zeitraum: 1 bis 4 Jahre oder seit der ersten Buchung. Vorausgewählt ist 1 Jahr.
  • In einem kürzeren Zeitraum zählen Hoch und Renditen ab dessen erstem Tag neu. Das blendet frühe Phasen aus, in denen wenig Kapital investiert war.
KennzahlWas sie zeigtWorauf zu achten ist
VolatilitätWie stark die Tagesrenditen geschwankt haben, nach oben wie nach untenBezieht sich auf die Länge des gewählten Zeitraums, nicht auf ein Jahr – über mehrere Jahre ist der Wert größer
Max DrawdownGrößter Rückgang von einem Hoch bis zum folgenden TiefKein Verlust in Euro: ein Einbruch mit wenig Kapital zählt so stark wie einer mit viel
Aktueller DrawdownAbstand zum bisherigen Hoch am heutigen Tag0 % heißt: auf dem Hoch des gewählten Zeitraums
Max-Drawdown-DauerLängste Zeit zwischen zwei Höchstständen, in TagenLäuft ein Rückgang noch, zählt er bis heute
Längste ErholungszeitLängste Zeit von einem Tief bis zum neuen Hoch, in TagenLäuft ein Rückgang noch, zählt die Zeit seit seinem Tief mit
Max DD vs. EinzahlungWie weit der Wert im schwächsten Moment unter dem lag, was für die Anteile bezahlt wurdeGemessen am Kaufpreis, nicht an einem Hoch – 0 % heißt: nie unter Einstand
Wichtig für die Einordnung

Über den ganzen Zeitraum bestimmt oft die Anfangsphase die Risiko-Zahlen: Mit wenig Kapital und wenigen Positionen schwankt der Index stark. Ein Hoch aus dieser Zeit kann den Aktuellen Drawdown über Jahre prägen, obwohl das Portfolio heute anders zusammengesetzt ist.

Vertiefen: Maximum Drawdown und Recovery Time

05

Den Zeitraum wählen: gemessen wird gegen den Anfangstag

Im KPI Deepdive lässt sich der Zeitraum für alle Kennzahlen gemeinsam einstellen: laufendes Jahr, 1, 3 oder 5 Jahre, seit der ersten Buchung oder ein eigener Zeitraum mit Anfangstag und Ende. Der Anfangstag ist ein Bewertungstag – was du an seinem Ende gehalten hast, geht mit dem Wert dieses Tages ein. Buchungen zählen ab dem Folgetag.

Ein Beispiel: Am 31. Dezember sind deine Anteile 5.000 € wert, gekauft hattest du sie für 3.000 €. Im Lauf des Jahres steigen sie auf 5.600 €. Für das laufende Jahr zeigt Metrum Kurserfolge von 600 € – nicht 2.600 €. Die 2.000 € aus den Vorjahren gehören zur Vorgeschichte. Verkaufst du im Jahr einen Teil, misst sich auch der realisierte Kurserfolg am Wert vom 31. Dezember, nicht am Kaufpreis.

So passen Euro-Beträge und Renditen desselben Zeitraums zusammen: Der IZF setzt den Anfangswert wie eine Einzahlung an, der Index für TTWROR und Risiko beginnt am Anfangstag neu. „Investiert“ und „Max DD vs. Einzahlung“ bleiben dagegen auf dem Kaufpreis.

Wichtig für die Einordnung

Die Kurserfolge eines Zeitraums sind weder der Gewinn seit Kauf noch der steuerliche Gewinn. Ist der Zeitraum kürzer als 365 Tage, bleibt der TTWROR pro Jahr leer, und der IZF ist die Rendite über den Zeitraum, nicht pro Jahr.

06

Charts, Top Mover und Gebührenquote

Die Charts im Control Cockpit zeigen dieselben Reihen im Zeitverlauf: kumulierter Gewinn, Wertentwicklung, IZF und Drawdown. Gewinn, Wert und IZF lassen sich zwischen „Total“, „Tier“ und „Sub-Tier“ umschalten; kleinster, größter und letzter Wert sind markiert. Das Drawdown-Chart gibt es in zwei Sichten: als Abstand des Wertindex zu seinem Hoch in Prozent und als Rückgang des kumulierten Gesamtgewinns von seinem Hoch in Euro.

„Top Mover“ zeigt die Positionen mit der größten Änderung in der letzten vollständigen Woche, im letzten vollständigen Monat oder im laufenden Jahr. Die Änderung in Euro ist die Veränderung des Gesamtgewinns der Position; ein Kauf zählt nicht als Gewinn. Die Änderung in Prozent bezieht diesen Betrag auf den Wert am Anfang des Zeitraums plus Käufe. Das ist eine einfache Bezugsgröße, keine zeitgewichtete Rendite.

Die Gebührenquote im KPI Deepdive teilt die Gebühren durch das Ergebnis vor Kosten. Im Beispiel von oben: 10 € Gebühren bei 252 € Ergebnis vor Kosten ergeben rund 4 %. Ist das Ergebnis vor Kosten null oder negativ, gibt es keinen Wert – die Gebührensumme in Euro ist dann die belastbarere Zahl.

Wichtig für die Einordnung

Die Reihenfolge der Top Mover ist eine Rückschau auf den genannten Zeitraum. Sie ist keine Auswahl von Wertpapieren, keine Prognose und keine Empfehlung.

07

Warum ein anderes Programm andere Zahlen zeigen kann

Die Formeln sind allgemein gebräuchlich. Trotzdem können zwei Programme für dieselben Buchungen unterschiedliche Werte ausweisen, ohne dass eines falsch rechnet. Meist liegt es an den Eingangsdaten oder an einer Konvention.

  • Kursquelle: Ein Wertpapier hat an verschiedenen Handelsplätzen leicht unterschiedliche Schlusskurse. Fonds lassen sich über den Fondspreis oder über einen Börsenkurs bewerten. Welche Notierung Metrum verwendet, steht im KPI Deepdive und lässt sich unter Einstellungen › Wertpapiere ändern.
  • Wechselkurs: Käufe in Fremdwährung werden mit dem Tageskurs umgerechnet und können vom Betrag der Depotbank abweichen.
  • Fehlende Kurse: Liegt für ein Wertpapier kein Marktkurs vor, rechnet Metrum mit den Kursen der eigenen Buchungen. TTWROR, Drawdown und Volatilität sind dann nur eine Näherung.
  • Jahreswerte: Manche Programme rechnen immer aufs Jahr um. Metrum tut das bei einzelnen Positionen erst ab 365 Tagen Haltedauer.
  • Steuern und Konten: Programme mit Verrechnungskonto ziehen Steuern ab und rechnen Zinsen oder Währungsgewinne hinzu. Metrum führt beides nicht.
  • Aktiensplits: Metrum liest sie nicht aus einer Split-Liste, sondern erkennt sie am Verhältnis von Buchungskurs zu Marktkurs.
Wichtig für die Einordnung

Vergangene Werte erlauben keinen Schluss auf künftige. Keine Kennzahl sagt, ob ein Wertpapier oder eine Aufteilung für dich geeignet ist.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist mein TTWROR viel höher als mein IZF?

Der TTWROR gewichtet jeden Tag gleich, der IZF jeden Euro. Lief eine starke Phase mit wenig Kapital und eine schwache mit viel, liegt der TTWROR deutlich über dem IZF. Beide Zahlen sind richtig, sie beantworten verschiedene Fragen.

Sind Steuern in den Kennzahlen berücksichtigt?

Nein. Alle Kennzahlen sind vor Steuern gerechnet. Einbehaltene Steuern, Steuererstattungen und der steuerliche Gewinn eines Verkaufs kommen in Metrum nicht vor.

Warum ist der Aktuelle Drawdown über „Max“ so groß, obwohl mein Gewinn nahe am Hoch liegt?

Der Drawdown misst den Wertindex, nicht den Gewinn in Euro. Stammt das Hoch des Index aus einer frühen Phase mit wenig Kapital, bleibt der Abstand groß, auch wenn der Euro-Gewinn längst höher ist. Ein kürzerer Zeitraum oder die Euro-Sicht im Drawdown-Chart zeigen den jüngeren Verlauf.

Kann „Max DD vs. Einzahlung“ tiefer liegen als der Max Drawdown desselben Zeitraums?

Ja. Der Einstand wird am Beginn eines gewählten Zeitraums nicht neu gesetzt. Geht eine Position schon mit einem Buchverlust in den Zeitraum, kann die Zahl tiefer liegen als der Rückgang des Index in diesem Zeitraum.

Warum zeigt das laufende Jahr weniger Kurserfolge als die Gesamtansicht?

Mit gewähltem Zeitraum zählt nur, was seit dem Anfangstag entstanden ist. Gewinne aus den Jahren davor stecken im Anfangswert und gehören nicht zum Ergebnis des Zeitraums.

Sagt eine hohe Rendite, dass ein Wertpapier eine gute Wahl ist?

Nein. Die Kennzahlen beschreiben, was mit deinen eigenen Buchungen in der Vergangenheit passiert ist. Metrum ist Analysesoftware, bewertet keine Wertpapiere und gibt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen.

Eigene Strategie prüfen

Vom Konzept zum strukturierten Portfolio-Review.

Teste Metrum mit einem synthetischen Beispielportfolio – ohne Anmeldung und ohne eigene Daten.

Kostenlos starten

Quellen und Methodik

Grundlagen und weiterführende Dokumentation. Rechenbeispiele sind eigene, vereinfachte Darstellungen; Produktangaben können sich ändern. Prüfstatus und redaktionelle Grenzen.